Driessen: Wiegman muss zunächst in der Eredivisie erfolgreich sein
Driessen: Wiegman muss sich zunächst in der Eredivisie beweisen. Ein Realitätscheck für den KNVB und die Suche nach einem neuen Nationaltrainer.

Valentijn Driessen wirft einen Eimer voll kaltem Wasser auf den Wiegman-Hype um die vakante Position des Nationaltrainers der niederländischen Nationalmannschaft. Anstatt sofort mit der Arbeit für das niederländische Team zu beginnen, schlägt er vor, dass Sarina Wiegman zunächst Erfahrungen in der Eredivisie sammelt. Es ist ein Realitätscheck: Wer im Männerfußball erfolgreich sein will, muss den Vereinstrott überstehen, bevor der KNVB anruft.
Der Journalist betont, dass der Schritt von den Frauen-Nationalspielern in die Eredivisie der Männer – und dann in die Nationalmannschaft – ein großer Sprung sei. Driessen weist auf die praktische Realität hin: Wer in den Niederlanden eine Männermannschaft leiten möchte, muss zunächst beweisen, dass er oder sie dem Druck auf Vereinsebene standhalten kann. Sein Argument ist eine direkte Reaktion auf die Gerüchte, dass Wiegman als großer Favorit für die vakante Position gilt.
Die Suche nach einem neuen Nationaltrainer ist das heißeste Diskussionsthema im niederländischen Fußball. Wiegman steht mit ihrer beeindruckenden Bilanz als Trainerin der englischen Frauen-Nationalmannschaft ganz oben auf der engeren Auswahlliste. Dennoch warnt Driessen vor übereilten Entscheidungen.
Für ihn ist die Eredivisie der entscheidende Testfall: Nur wer dort Leistung bringt, verdient eine Chance auf höchstem Niveau. Das Argument berührt einen Grundwert des niederländischen Fußballs: den Respekt vor der Hierarchie. Historisch gesehen wurde der Schritt zum Nationaltrainer an Trainer belohnt, die sich im dringend benötigten Chaos des Vereinswettbewerbs einen Namen gemacht haben.
Indem man diese Phase überspringt, ignoriert man die spezifische Schule des Heimatwettbewerbs, wo das Management von Erwartungen und tägliche Pressekonferenzen ein Beruf für sich sind. Wiegman hat sich als Gewinner erwiesen, aber im niederländischen Fußball muss man erst den Schlamm auf dem Spielfeld spüren, bevor man das Oranje-Trikot tragen kann. Darüber hinaus sind die taktischen und psychologischen Dynamiken innerhalb einer Herrenmannschaft grundlegend unterschiedlich.
Die Egos, der kommerzielle Druck und die physische Dominanz in der Eredivisie erfordern eine Anpassungsfähigkeit, die nicht nur aus einem Buch kommt. Ein Nationaltrainer genießt den Luxus von Zeit und Auswahl, ein Vereinstrainer in den Niederlanden steht jede Woche unter dem Messer. Driessen weist darauf hin, dass ohne diese „Probezeit“ im Wettbewerb die Gefahr eines Kulturkampfs in der niederländischen Umkleidekabine real sei.
Es ist ein Plädoyer für Beweise in der Praxis, statt sich blind auf theoretische Kompetenz zu verlassen. Der Übergang ist nicht nur eine Frage taktischen Wissens, sondern auch ein kultureller Wandel. Die Eredivisie ist ein unerbittlicher Trubel aus wöchentlichen Ergebnissen, Medienaufmerksamkeit und Ego-Management, der sich vom Turnierzyklus im internationalen Frauenfußball unterscheidet.
Driessen betont, dass die Leitung eines Vereins mit der täglichen Verwaltungspolitik und Fanunruhen zu tun hat, Aspekte, die bei einem Nationaltrainer weniger im Vordergrund stehen. Das Überspringen dieses Schritts ignoriert die spezifischen Fähigkeiten, die zum Überleben im niederländischen Fußballklima erforderlich sind, wo Geduld Mangelware ist und das Mikroskop immer auf den Auswahlplatz gerichtet ist. Dies stellt den KNVB vor ein schwieriges Dilemma.
Die Verpflichtung von Wiegman wäre ein Werbecoup und ein Zeichen des Fortschritts, aber wenn man die mangelnde Erfahrung des Klubs im Männerfußball ignoriert, besteht die Gefahr einer Gegenreaktion, wenn die Ergebnisse enttäuschen. Driessens Argumentation verdeutlicht die Spannung zwischen dem Wunsch nach einer revolutionären Ernennung und der Notwendigkeit eines bewährten Führers. Es zeigt, dass es bei der Wahl des Verbandes nicht nur um die Auswahl eines Trainers geht, sondern darum, die Kriterien für die Führung zu definieren: Geht es um vergangene Erfolge oder um nachgewiesene Anpassungsfähigkeit in der höchsten Spielklasse?
Der KNVB hat die Ernennung noch nicht offiziell bekannt gegeben. Die Suche nach einem neuen Nationaltrainer bleibt eine Suche nach der richtigen Mischung aus Erfahrung, Führung und taktischem Verständnis. Bis dahin bleibt die Frage: Wer wagt den Sprung – und wer muss erst beweisen, dass er möglich ist?
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der KNVB auf Driessens pragmatische Stimme hört oder sich für den schnellen Hype entscheidet. Bei Soccernews.nl lesen
Warum das wichtig ist
Die Suche nach einem neuen Nationaltrainer der niederländischen Nationalmannschaft ist eines der meistdiskutierten Themen im niederländischen Fußball. Sarina Wiegman steht ganz oben auf der Shortlist, doch Valentijn Driessen sorgt für die nötige Portion Realismus. Sein Plädoyer für einen Zwischenschritt in der Eredivisie betont die praktischen Herausforderungen des Wechsels von der Damen-Nationalmannschaft zur Herren-Eredivisie und dann zum KNVB. Es geht nicht nur um Taktik, sondern auch darum, in einem Umfeld zu überleben, in dem der Druck und die Erwartungen extrem hoch sind. Driessens Argumentation zwingt uns, über den richtigen Weg zum Erfolg nachzudenken.
Häufige Fragen
- Warum schlägt Valentijn Driessen vor, dass Wiegman zunächst in der Eredivisie arbeiten sollte?
- Driessen hält den Übergang von der Damen-Nationalmannschaft zur Herren-Eredivisie und dann zum KNVB für zu groß. Er ist davon überzeugt, dass sie erst einmal den Klubstress überstehen und beweisen muss, dass sie dem Druck standhalten kann, bevor sie für das Nationaltraineramt in Frage kommt.
- Wie ist der aktuelle Stand der Suche nach dem neuen Nationaltrainer der niederländischen Mannschaft?
- Der KNVB hat noch keine offizielle Ankündigung zur Nachfolge gemacht. Die Suche ist in vollem Gange, Sarina Wiegman ist trotz Driessens Kritik ein prominenter Name in der Gerüchteküche.
- Warum ist die Meinung von Valentijn Driessen in dieser Debatte wichtig?
- Driessen bringt Pragmatismus in eine Diskussion, die oft von Hype dominiert wird. Er betont, dass Erfolge im Frauenfußball kein Garant für den Erfolg in der Premier League der Männer sind, und plädiert für eine nachgewiesene Erfolgsbilanz auf Vereinsebene.
Quelle
- Opvallende Wiegman-route: van Eredivisie naar Oranje-bondscoach?
Soccernews.nlsoccernews.nlVon SN Redactie2. Juli, 13:13nl-NL















