Gassiev übernimmt WBA-Titel nach Usyks Rücktritt: Der neue König im Schwergewicht
Der russische Schwergewichtler Murat Gassiev ist offiziell ohne einen einzigen Schlag Weltmeister der WBA geworden – nachdem Alexander Usyk seinen Titel frei ließ.

Der russische Schwergewichtler Murat Gassiev ist offiziell ohne einen einzigen Schlag Weltmeister der WBA geworden – nachdem Alexander Usyk seinen Titel frei ließ.

Murat Gassiev ist offiziell Weltmeister der WBA im Schwergewicht geworden, nachdem Alexander Usyk auf seine Titel verzichtet hatte. Der Beschluss der WBA trat am 12. September 2025 in Kraft, als die Organisation die Übergabe der Gürtel an den Russen ohne Kampf bestätigte.
Gassiev, 31, hatte seit 2023 keinen Boxkampf mehr bestritten, stand aber als Zweitplatzierter der WBA-Rangliste hinter Usyk und wurde damit automatisch dessen Nachfolger, nachdem der Ukrainer ins Bridgerweight wechselte. Dies ist der erste Fall in der modernen Boxgeschichte, in dem ein Weltmeistertitel ohne einen einzigen Schlag in einem Profikampf übertragen wurde. Die WBA begründete die Entscheidung damit, dass Gassiev der einzige Kandidat sei, der die Kriterien für die obligatorische Titelverteidigung in der Division erfülle.
Die Organisation betonte, dass die Rangliste weiterhin gültig sei und Gassiev der einzige Boxer sei, der als Champion auf internationaler Bühne präsentiert werden könne. Die Reaktionen auf die Entscheidung spalten die Expertengemeinschaft. Umar Kremlew, Präsident des russischen Boxverbandes, erklärte, dies sei ein „gerechtes Ergebnis für den russischen Boxsport“ und betonte, dass Gassiev sich den Titel durch jahrelange Erfolge im Cruisergewicht und seine Position in den Top-Rängen verdient habe.
Gleichzeitig bezeichnete der ehemalige Schwergewichtsweltmeister Wladimir Klitschko den Titel als „leer“, da er nicht im Ring erkämpft wurde, räumte aber ein, dass Gassiev in zukünftigen Kämpfen die Chance habe, seinen Anspruch auf den Titel zu beweisen. Eine solche administrative Übergabe des Gürtels offenbart eine systemische Legitimationskrise im Profiboxen. Die sanktionierenden Organisationen, die verzweifelt versuchen, die Relevanz ihrer Titel zu wahren, umgehen den sportlichen Verdienst.
Gassievs zweijährige Ringabwesenheit macht diesen Champion-Status zu einer bürokratischen Formalität und nicht zu einem sportlichen Triumph. Kritiker weisen zu Recht darauf hin, dass die Entwertung der linearen Titelnachfolge das Interesse an der Division verringert und die Krone zu einem Verhandlungsgegenstand statt zu einem Symbol absoluter Überlegenheit macht. Strategisch verschiebt dieser Schritt die Karten im Schwergewicht, das nach Usyks Abgang ohne einen Flaggschiff-Champion dastand.
Die WBA zwingt praktisch einen großen Kampf, indem sie Gassiev als Champion einsetzt, um umgehend den Mechanismus der obligatorischen Titelverteidigungen in Gang zu setzen. Dies schafft eine direkte Bahn für ein Aufeinandertreffen mit Anthony Joshua, der nun den Inhaber des Hauptgürtels nicht länger ignorieren kann. Statt langwieriger Verhandlungen über den Status des obligatorischen Herausforderers hat die Organisation eine Situation geschaffen, in der die Promoter gezwungen sind, einen Kampf zu vereinbaren, um dem vakanten Titel wieder Sinn und Prestige zu verleihen.
Gassievs zweijährige Pause verwandelt seine Rückkehr in ein hochriskantes Unterfangen, bei dem administrative Unterstützung auf die physische Realität trifft. Normalerweise erfordert der Weg zum Titel eine Reihe von Ausscheidungskämpfen, um wieder in Form zu kommen, doch die WBA hat diese Phase abgeschafft. Sollte der russische Boxer seinen ersten Kampf verlieren, würde dies einen vernichtenden Schlag für die Reputation einer Organisation bedeuten, die Titel ohne Kampfverifikation verleiht.
Somit wird der Champion-Gürtel nicht zur Auszeichnung für vergangene Leistungen, sondern zu einer schweren Bürde an Verpflichtungen gegenüber aktiven Gegnern. Aus kommerzieller Sicht ist diese Entscheidung ein Versuch, die Machtvakanz zu monetarisieren. Promoter erhalten ein fertiges Main Event, ohne die mühevollen Verhandlungen über Ausscheidungsturniere durchlaufen zu müssen, die oft Fernsehpartner abschrecken.
Gassievs WBA-Titel erhöht sofort die Quote jedes seiner Gegner und verwandelt einen gewöhnlichen Kampf in ein weltweites Ereignis. Dies ist ein zynischer, aber effektiver Zug: Der sanktionierende Verband hat die Relevanz seines Gürtels bewahrt, indem er einen künstlichen Mangel schuf, der nun auf dem Übertragungs- und PPV-Markt vermarktet werden kann, wo Namen wie Joshua oder Fury dominieren. Was kommt als Nächstes?
Die WBA verpflichtete Gassiev zu einer ersten Titelverteidigung innerhalb von 12 Monaten. Als Herausforderer für den Kampf gilt der ehemalige Weltmeister Anthony Joshua, der zuletzt in Großbritannien antrat und in der WBA-Rangliste auf Platz eins steht. Sollte es zu einer Einigung kommen, könnte der Kampf bereits im ersten Quartal 2026 stattfinden.
Falls die Verhandlungen scheitern, ist die WBA berechtigt, eine obligatorische Titelverteidigung gegen einen anderen Herausforderer aus den Top 5 der Rangliste anzuordnen. Bei Lenta Sport lesen
Usyks Abgang schuf eine Machtvakanz im Schwergewicht, und Gassiev war der Einzige, der sie füllen konnte. Dies verändert die Kräfteverhältnisse in der Division, verschiebt die obligatorischen Titelverteidigungen und verleiht dem Russen den Champion-Status auf höchstem Niveau. Ohne Schläge, aber mit dem Gürtel.
Lenta Sportlenta.ruVon Алексей Гусев2. Juli, 8:45ru
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