Bei seinem Wimbledon-Zweitrundensieg über Stefanos Tsitsipas dominierte Novak Djokovic nicht nur den Platz, sondern gelang auch ein kleiner Streich. Als der Ballspieler half, das Klebeband von seinem Handgelenk zu entfernen, täuschte Djokovic einen plötzlichen Schmerz vor und erschreckte sie, nur um dann zu lachen und die ganze Situation auf die leichte Schulter zu nehmen. Der 6:2, 6:4, 6:2-Sieg war für den 24-fachen Grand-Slam-Sieger reine Formsache.
Dennoch fand der Serbe Zeit für einen Moment, der sofort viral ging. Nach seinen eigenen Worten war sein „trockener Papa-Witz“ Teil des Versuchs, trotz deutlicher Unterzahl entspannt zu bleiben. Dieser Vorfall verdeutlicht die Tiefe der Rivalität zwischen den beiden Tennisspielern, wobei Djokovic die Zügel fest in seinen Händen hält.
Für Tsitsipas, der zum siebten Mal gegen den Serben verlor, muss es eine weitere Lektion in Bezug auf die mentale Seite des Spiels gewesen sein – zu sehen, wie sein Gegner während eines offensichtlichen Debakels scherzte, verdeutlicht den großen Unterschied in der aktuellen Leistung und im Selbstvertrauen. Der Serbe hat sich auf dem Platz eine solche Position aufgebaut, dass er es sich leisten kann, mit der Atmosphäre zu experimentieren, auch wenn die junge Kellnerin einen vorübergehenden Schock erleiden muss. Aus psychologischer Sicht ist es ein wirksames Mittel, um in Spielen, die alltäglich zu werden drohen, wachsam zu bleiben.
Auch wenn das Ergebnis einen klaren Vorteil erkennen lässt, darf sich ein Profi wie Djokovic nicht langweilen oder seinen Vorsprung verlieren, und eine kurze Interaktion mit seinem Umfeld hilft ihm, den Kopf neu zu ordnen. Es ist ein Beweis dafür, dass es bei seiner Herangehensweise an den Tennissport nicht nur um das mechanische Spielen von Bällen geht, sondern um die komplexe Bewältigung der gesamten Umgebung auf dem Platz, was ihn von Gegnern unterscheidet, die oft unter Druck zusammenbrechen. Djokovics Karriere ist voller Momente, in denen er Druck in Spaß verwandelt, und dieser Vorfall ist ein weiterer Beweis für seine mentale Stärke.
Anstatt sich von der Ernsthaftigkeit eines Grand Slams verzehren zu lassen, nutzt er die Pausen, um seine Gedanken neu zu ordnen. Diese Fähigkeit, in schwierigen Situationen Leichtigkeit zu finden, ist wahrscheinlich einer der Faktoren, die ihn so lange an der Spitze hielten und verhinderten, dass er selbst bei Routinesiegen geistig ausbrannte. Für die Zuschauer und Medien stellt Djokovics Streich eine willkommene Abwechslung in einem ansonsten vorhersehbaren Spiel dar.
In einer Zeit, in der Sportler oft auf roboterhafte Neutralität trainiert werden, erinnert diese Spontaneität daran, dass Tennis immer noch eine Show ist. Obwohl es sich um eine kleine Sache handelte, eroberte sie sofort die sozialen Medien im Sturm und zeigte, dass selbst eine dominante Leistung eine menschliche und unterhaltsame Dimension haben kann, die beim Publikum weit mehr ankommt als nur Statistiken allein. „Manchmal tut es gut, über sich selbst zu lachen“, sagte er und fügte hinzu, dass dieser Moment auch seine Konzentration förderte.
Tsitsipas, der zum siebten Mal gegen Djokovic antrat, zuckte bei der Pressekonferenz lediglich mit den Schultern und stellte fest, dass es sich hierbei lediglich um Djokovic handelte. Was kommt als nächstes? Djokovic geht in die dritte Runde, wo er laut Auslosung auf einen Qualifikanten treffen dürfte.
Seine Form und seine Fähigkeit, sein geistiges Wohlbefinden auch bei klaren Siegen aufrechtzuerhalten, bleiben der Schlüssel für weitere Titelkämpfe. Bei iDNES.cz Sport lesen