Jacobelli kritisiert WM 2026 und Infantino: «Hypertrophes S…
Jacobelli: «Die WM 2026 ist ein hypertrophes System, die FIFA redet über Geld und Diskriminierung»
Der italienische Journalist Xavier Jacobelli greift in einem Exklusivinterview mit Calcionews24 das 48-Mannschafts-Format, Infantinos Heuchelei und die Notlage der iranischen Athleten an.
Der italienische Journalist Xavier Jacobelli hat einen scharfen Angriff auf die 48 Mannschaften umfassende Weltmeisterschaft 2026 gestartet und sie als „hypertrophisches System“ bezeichnet, das nur zum Geldeinsammeln gebaut sei. In einem exklusiven Interview mit Calcionews24 kritisierte Jacobelli das erweiterte Format scharf und warf der FIFA und Präsident Gianni Infantino Heuchelei und Ignorierung der Diskriminierung iranischer Sportler vor. „Fifa denkt nur an Geld“, sagte er und fügte hinzu, dass Infantinos Witze über eine künftige Weltmeisterschaft mit 64 Mannschaften fehl am Platz seien, wenn es um ernste Probleme gehe.
Laut Jacobelli sollte sich der FIFA-Präsident auf die Diskriminierung iranischer Sportler konzentrieren, ein Thema, das seiner Meinung nach systematisch ignoriert wurde. Seine Analyse hört nicht beim Format auf: Jacobelli hebt hervor, dass die Expansion kleinere Verbände bereits dazu gezwungen hat, wertvolle Ressourcen für die Teilnahme aufzugeben, wobei sich die Reise- und Logistikkosten für Teams aus Kontinenten wie Afrika und Asien vervielfacht haben. Jacobellis Analyse verschont nicht einmal die Leistungen der Teams.
Er lobte die frühen Einsätze von England, Frankreich und Argentinien und nannte Lionel Messi, Erling Haaland und Harry Kane als Spieler, die den Erwartungen gerecht werden. “ Der Journalist betont, dass die FIFA unter Infantinos Führung die Weltmeisterschaft in ein beispielloses Geschäft verwandelt habe, ohne jedoch ein Gleichgewicht zwischen Wirtschaftswachstum und sportlicher Integrität zu gewährleisten. Vor allem die afrikanischen und asiatischen Verbände zahlen den Preis für diese Entscheidung mit gekürzten Budgets und wachsenden organisatorischen Schwierigkeiten.
„Es ist nicht akzeptabel, dass es bei einem globalen Ereignis wie der Weltmeisterschaft Sportler gibt, die diskriminiert werden, ohne dass die FIFA eingreift“, sagte er. Seine Stimme schließt sich der anderer Beobachter an, die vom internationalen Verband mehr Verantwortung fordern. Jacobelli erinnert daran, dass die Situation der iranischen Sportler nur das auffälligste Beispiel für ein undurchsichtiges Management ist, bei dem Menschenrechte und Transparenz leere Schlagworte bleiben.
Dann gibt es noch einen weiteren kritischen Aspekt, den Jacobelli anspricht: den Dominoeffekt des erweiterten Formats auf die Qualität der Spiele. Da 48 Mannschaften auf dem Spielfeld sind, spielen die weniger konkurrenzfähigen Mannschaften Spiele mit deutlichen technischen Ungleichgewichten, was die sportliche Attraktivität des Turniers verringert. Jacobelli nennt Beispiele von Teams, denen es trotz der erreichten Qualifikation schwerfällt, ein ordentliches Niveau zu halten, was die Organisatoren dazu zwingt, längere und weniger wettbewerbsintensive Vorrunden anzusetzen.
Diese Verlängerung des Turniers verwässert laut dem Journalisten nicht nur die Intensität der Spiele, sondern birgt auch die Gefahr, dass die Idee eines „globalen Wettbewerbs“ an Bedeutung verliert. Der italienische Journalist spart nicht einmal mit Kritik am Qualifikationssystem, das immer selektiver und unzugänglicher für die sich entwickelnde Realität des Fußballs wird. Jacobelli betont, dass durch die Expansion eine Hierarchie zwischen den Teams entstanden ist: Die bereits konsolidierten Teams erhalten automatisch wirtschaftliche und mediale Vorteile, während die anderen um einen Platz kämpfen müssen, der sich in vielen Fällen eher in einer Erfahrung der Teilnahme als in einem echten Wettbewerb niederschlägt.
Laut Jacobelli birgt dieser Mechanismus die Gefahr, dass sich die Weltmeisterschaft in ein Turnier mit zwei Geschwindigkeiten verwandelt, bei dem sportliche Qualität zur Option wird. „Es gibt Kollegen und Fachleute, die meine Bedenken teilen, aber nur wenige haben den Mut, es offen zu sagen“, erklärte er. Sein Interview kommt zu einer Zeit, in der die FIFA bereits dem Druck von Sponsoren und Verbänden ausgesetzt ist, ihre Governance-Richtlinien zu überarbeiten, was seinen Worten noch mehr Bedeutung verleiht.
Jacobellis Kritik ist Teil einer breiteren Debatte über die Zukunft des Fußballs, wo das Wirtschaftswachstum die Sporttradition zu ersticken droht. Was wird jetzt passieren? Jacobellis Kritik könnte weitere Debatten darüber anheizen, wie die FIFA die nächsten Ausgaben des Turniers verwalten wird, insbesondere im Hinblick auf Menschenrechte und Transparenz.
Wenn der Druck zunimmt, könnte Infantino gezwungen sein, nicht nur zu den wirtschaftlichen, sondern auch zu den sozialen Fragen, die Jacobelli ans Licht gebracht hat, öffentlich Stellung zu beziehen. Sein Interview kommt zu einer Zeit, in der die FIFA bereits dem Druck von Sponsoren und Verbänden ausgesetzt ist, ihre Governance-Richtlinien zu überarbeiten, was seinen Worten noch mehr Bedeutung verleiht. Bei MilanNews24 lesen
Warum das wichtig ist
Jacobelli bietet eine direkte und kritische italienische Perspektive auf die kommerzielle Ausweitung der Weltmeisterschaft 2026 und den Umgang mit der Diskriminierung iranischer Sportler. Seine Stimme schließt sich dem Chor derjenigen an, die von der FIFA und Infantino mehr Transparenz fordern und die Integrität des Turniers und die Führung des Schweizer Präsidenten in Frage stellen. Seine Kritik beschränkt sich nicht nur auf das Format, sondern erstreckt sich auch auf ein Entwicklungsmodell, das die Gefahr birgt, weniger wohlhabende Fußballspieler zu marginalisieren und die Weltmeisterschaft zu einem zunehmend asymmetrischen Ereignis zu machen. Seine Rede kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt, an dem die FIFA Wirtschaftswachstum und soziale Verantwortung in Einklang bringen muss, und seine Worte könnten zu einer Überprüfung der Governance-Richtlinien führen, die über den reinen Profit hinausgeht.
Häufige Fragen
Wer ist Xavier Jacobelli und warum ist seine Meinung wichtig?
Xavier Jacobelli ist ein italienischer Sportjournalist mit jahrzehntelanger Erfahrung im internationalen Fußball. Seine Kritik an der Weltmeisterschaft 2026 und dem Management von FIFA und Infantino kommt aus einer Insiderperspektive, die in der aktuellen Medienlandschaft selten ist.
Was kritisiert Jacobelli konkret am Format der WM 2026?
Jacobelli definiert das 48-Teams-Format als ein „hypertrophisches System“, das nur zur Gewinnmaximierung existiert, ohne die sportlichen und organisatorischen Auswirkungen zu berücksichtigen. Er hält es für eine rein kommerzielle Entscheidung, die kleinere Verbände benachteiligt.
Was sind Jacobellis Vorwürfe gegenüber Gianni Infantino?
Jacobelli wirft Infantino vor, Witze über die mögliche Erweiterung auf 64 Teams zu machen, anstatt ernsthafte Probleme wie die Diskriminierung iranischer Athleten während des Turniers anzusprechen. Er beschreibt ihn als heuchlerisch und distanziert, unfähig, mit Ausgewogenheit zu regieren.
Welche Teams und Spieler lobte Jacobelli im Interview?
Jacobelli lobte die frühen Leistungen Englands, Frankreichs und Argentiniens und wies darauf hin, dass Stars wie Lionel Messi, Erling Haaland und Harry Kane die Erwartungen erfüllen.
Warum ist die Diskriminierung des Iran ein zentrales Thema in Jacobellis Kritik?
Jacobelli fordert die FIFA auf, sich öffentlich mit der Diskriminierung iranischer Athleten während des Turniers auseinanderzusetzen, ein Thema, das seiner Meinung nach zugunsten einer rein kommerziellen Darstellung der Weltmeisterschaft ignoriert wurde.
Welche Auswirkungen hat die Erweiterung auf 48 Teams auf die kleineren Verbände?
Jacobelli betont, dass die Ausweitung des Turniers die Reise- und Logistikkosten für afrikanische und asiatische Teams vervielfacht hat, was weniger wohlhabende Verbände dazu zwingt, wertvolle Ressourcen für die Teilnahme aufzugeben.