Vor dem WM-Spiel 2026 zwischen Argentinien und Kap Verde wird in bestimmten Gebieten rund um Boston eine Ausgangssperre verhängt. Diese Entscheidung ist Teil einer Präventionslogik nach den jüngsten Vorfällen bei internationalen Treffen, insbesondere in Europa und Südamerika. Die amerikanischen Behörden waren sich der mit Rivalitäten zwischen Anhängern verbundenen Risiken bewusst und entschieden sich dafür, im Vorfeld zu agieren, anstatt Exzesse zu erleiden.
Da das Spiel an einem für die Weltmeisterschaft ungewöhnlichen Austragungsort stattfindet, müssen die Sicherheitsvorkehrungen an eine Umgebung angepasst werden, die an den Umgang mit solchen Ereignissen weniger gewöhnt ist. Die Beschränkungen betreffen abgegrenzte Bereiche rund um den Empfangsbereich mit dem Ziel, spontane Zusammenkünfte und die Gefahr von Spannungen einzuschränken. Die bereits in Alarmbereitschaft befindliche Polizei wurde durch auf Massenmanagement spezialisierte Einheiten verstärkt.
Zur Kontrolle des Zustroms der Fans werden mobile Absperrungen und Kontrollpunkte eingesetzt, während zur Überwachung von Risikogebieten Drohnen eingesetzt werden. Die Organisatoren richteten einen feierlichen Appell an die Fans und bestanden darauf, die Anweisungen unter Androhung sofortiger Sanktionen zu respektieren. Soziale Netzwerke und lokale Medien senden in einer Dauerschleife Warnmeldungen, die die Menschen daran erinnern, dass in den von der Ausgangssperre betroffenen Gebieten Alkohol verboten sein wird.
Eine Kriseneinheit wurde aktiviert, um die Maßnahmen zwischen Strafverfolgungsbehörden, kommunalen Diensten und Vertretern der beiden Föderationen zu koordinieren. Die Behörden begründeten diese Maßnahme mit jüngsten Präzedenzfällen, wie der Gewalt während des Spiels Niederlande-Deutschland im Jahr 2024 oder den Zusammenstößen zwischen argentinischen und brasilianischen Fans im Jahr 2023. Sie betonen, dass die Weltmeisterschaft 2026 mit ihrem auf 48 Mannschaften ausgeweiteten Format die Gefahr von Spannungen erhöht, selbst in amerikanischen Städten, die weniger stark von großen Fußballereignissen betroffen sind.
In den betroffenen Gebieten werden auch verstärkte Überwachungssysteme eingesetzt, bei denen gemischte Patrouillen lokale Polizei- und Bundesagenten zusammenbringen. Hotels und öffentliche Verkehrsmittel in gefährdeten Gebieten unterliegen besonderer Aufmerksamkeit, um eine Ansammlung feindseliger Anhänger zu vermeiden. Die Dynamik dieses konkreten Treffens bereitet den Geheimdiensten besondere Sorgen.
Argentinien, der amtierende Weltmeister, zieht eine riesige und leidenschaftliche Diaspora an, die allein mit ihrer klanglichen Präsenz ganze Sektoren füllen kann. Angesichts dessen wird Kap Verde, ein afrikanischer Außenseiter in vollem Gange, nicht stillstehen. Diese Konvergenz von brutalem lateinamerikanischem Eifer und entschlossener Inselunterstützung erzeugt einen explosiven Cocktail, den die örtlichen Strafverfolgungsbehörden, die mit den Regeln des europäischen oder südamerikanischen Rowdytums nicht vertraut sind, lieber militärisch überwachen, als sie vor Ort zu verwalten.
Die Erweiterung auf 48 Teams für diese Ausgabe 2026 verändert die grundlegende Sicherheitslage. Mehr Nationen bedeuten mehr Reisen, mehr Durcheinander und zwangsläufig mehr Reibung in öffentlichen Räumen, die nicht für Fußball gedacht sind. Boston bietet mit seiner dichten Stadtplanung und seinen historischen Vierteln nicht die industriellen Pufferzonen moderner Stadien.
Die Ausgangssperre ist daher nicht nur eine polizeiliche Maßnahme, sondern ein Eingeständnis der Unvorbereitetheit angesichts des Ausmaßes des Phänomens: Die Stadt muss sich verbarrikadieren, um das massive Aufkommen einer Leidenschaft zu überleben, die sie noch nicht unter Kontrolle hat. Bei Le Parisien Sport lesen